Donnerstag, 15. Juli 2010

Rückblick auf die WM2010

Das war sie also, die WM2010.

Ich habe am Anfang nicht viel erwartet, insbesondere was die Leistung der Deutschen anbelangte. Es gab so viele Stimmen aus der Presse, aus dem Freundeskreis und in Fußballkreisen, dass nicht nur wegen der verletzungsbedingten Ausfälle, sondern auch wegen der zweifelhaften Nominierungen Löw's und seiner ganzen Art, das Team zu führen die WM schon im voraus als ein Flopp deklariert wurde. Ich habe es mir angehört udn mcih gehörig beeinflussen lassen. Ich bin eigentlich Jemand, der seit des WM-Erfolges 2006 hier in Deutschland Joachim Löw bedingungslosen Vertrauen schenkt. Als Jürgen Klinsmann, der ja angeblich soviel am Erfolg 2006 mitgewirkt haben soll, so gnadenlos in München gescheitert ist, ist meine Hochachtung vorm Bundestrainer Löw nur noch größer geworden. Der Klinsmann hat die Mannschaft damals in Deutschland sehr gut motivieren können, aber mittlerweile ist wohl jedem klar, dass Löw schon seit 2004 die taktischen Stränge übernommen hat und führt. Ich kann mir einfach niemanden vorstellen, der jetzt die Mannschaft übernehmen könnte und die wirklich gute Arbeit von Jogi Löw weiter führen könnte. Das mag auch daran liegen, dass ich mich zu Zeiten von Berti Vogts noch überhaupt nciht für Fußball interessiert habe. Rudi Völlers Erfolg bei der WM2002 hat mich dem Fußball erst näher gebracht. Auch wenn die EM2004 dann der totale Flop war, habe ich damals dann den Griechen zugejubelt und dem Otto, der mir damals dann auch gleich ans Herz gewachsen ist. Aber als Bundestrainer in Deutschland würde ich ihn trotzdem nicht sehen wollen. Der hat ja eine komplett andere Philosophie als Jogi. Seit der EM2004 ließ sich dann der Fußballkrebs wie er durch meinen Körper wucherte, nicht mehr aufhalten.
Naja, soviel zu meiner fußballerischen Entwicklung, aber ich bin halt mit Jogi als Teil des Trainerstabs groß geworden und kann mir deswegen vermutlich niemadn anderes vorstellen. Es wäre für mich eine neue Ära, die anbrechen würde udn das Ende einer Ära, die ich sicherlich nie vergessen werden, weil es für mich die erste war :-)

Wo war ich eigentlich bevor ich so abgeschweift bin? Achja, richtig, die miese Stimmung vor der WM. Sogar ich hatte damals leichte Zweifel. Auch ich habe mich gefragt, ob Jogi nciht vielleicht jemanden für das defensive Mittelfeld hätte nachnominieren müssen. Nun gab es keine Ausfälle mehr auf der Postion und Khedira und Schweinsteiger konnten alle Spiele bestreiten, aber ich glaube immer noch, dass es haarig geworden wäre, wenn einer der beiden tatsächlich ausgefallen wäre. Glück gehabt Jogi..

Aber ansonsten hat alles von außen so scharf Kritisiertes bei der WM wunderbar funktioniert. Unser WM Wunder Klose ist glaube ich das und nur das. Er hat sich auf den Punkt fit gemacht. Das heißt für mich, dass er für diese WM alles gegeben hat und diese Saison vermutlich wieder auf der Bayern-Bank verotten wird. Eine Saison lang fit zu bleiben ist nunmal was anderes für 6 Wochen.
Podolski ist für mich ein anderes Thema. Der Junge hat Talent und davon ne ganze Menge. Leider strotzt er nicht vor Selbstvertrauen, auch wenn mir da andere sicherlich widersprechen würden. Die Nationalmannschaft gibt ihm den Rückhalt, um dieses Selbstvertrauen zu entwickeln, dass er braucht, denn der Trainer vertraut ihm. Wenn die Nationalmannschaft ein Verein wäre, würde er dorthin wechseln. Er hat sich in München nie durchsetzten können, weil es dort rauer zu geht. Also ist der Lukas in seine Heimat zurück gewechselt, weil er Rückhalt sucht. Etwas anderes kam für ihn nie in Frage. Kaum dort angekommen, geht der Trainer Daum, der ihm wohl einiges versprochen hat. Soldo lässt ein System spielen, wo ein Podolski kaum zur Geltung kommt. Poldi ist kein Spieler, dem man den Ball vorne gibt, damit er was wunderbares damit anstellt. Er ist ein Spieler der sich sehr mannschaftsdienlich verhält und andersherum auch auf seine Mannschaft angewiesen ist. Deswegen kommt er meiner Meinung nach nicht so zur Geltung in Köln. Er kann keine Spiele alleine entscheiden, er braucht die Mannschaft, die mitspielt. Deswegen wäre er meiner Meinung nach bei einer Mannschaft mit offensiverem Spielverhalten wesentlich besser aufgehoben.
Arne Friedrich war für mich eine klare Geschichte. Der Mann, das war mir von Anfang an klar, würde enorm wichtig für uns sein. Sicherlich ist er mit der Hertha abgestiegen, aber das 'wie' ist an den meisten offensichtlich komplett vorüber gegangen, da die Überraschung ob seiner Leistung sehr groß war. Auch wenn die Hertha abgestiegen ist, so kann man der Abwehr zumindest in der RÜckrunde keinerlei Vorwürfe machen. Die war erstligareif ohne Frage... nur, um jetzt mal eine alte 5-Euro-in-Phrasenschwein Fußballerweißheit auszugraben: Wenn du vorne die Dinger nicht reinmachst, fällt's irgendwann hinten. In meinen Augen hat Arne eine großartige Rückrunde gespielt und als wichitger Rückhalt in der Herthaabwehr für mich einer der Topkandidaten auf den Platz neben Mertesacker. Aber selbstverständlich hat er mich trotzdem positiv überrascht. So gut wie er gespielt hat, muss man das einfach mal anerkennend klarstellen.
DFas gleiche gilt für Müller. Natürlich war seine Kadernominierung im Endeffekt keine Überraschung mehr, aber sein Auftreten und die wichtige Rolle, die er im Endeffekt gespielt hat und natürlich auch die Torjägerkrone waren der Oberhammer. Ich glaube ich habe einen neuen Lieblingsspieler. Mehr muss ich glaube ich nicht sagen.

So nun wollte ich eigentlich gar nicht in die Einzelkritik der Spieler gehen, sondern auf die WM zurück blicken.
Im Allgemeinen und mannschaftsübergreifend muss ich sagen, dass mich der Trend zum defensiven, taktisch verhaltenen Auftreten der Mannschaften sehr enttäuscht hat. Die einen haben es erfolgreich durchgesetzt, wie die Spanier und die Niederlande, andere wiederum sind genau daran gescheitert, wie zum Beispiel Brasilien. Eine Weltmeisterschaft hat doch auch immer von den verschiedenen Spielkulturen gelebt. Wo kommen wir denn da hin, wenn die Brasilianer plötzlich meinen, europäisch spielen zu müssen. Ein Fussballland, dass sonst immer sehr von ihren Einzelkünstlern gelebt hat nehmen eine Josué vom VfL Wolfsburg mit! Da wäre es mir doch fast passiert, dass ich mit den Brasilianern sympatisiere. Ein Glück hat mich die Niederlande noch so grade so eben davor bewahrt, auch wenn deren Spiele ja auch grundsätzlich nicht gerade der Aufreger waren.
Aber dieser Trend scheint ja schon etwas länger in Bewegung zu sein. Ich erinnere mich nur mit Grauen an das fürchterliche WM-Finale vor vier Jahren, dass auch nach 120 Minuten kein Tor hervorbrachte. Das Finale dieses Jahr hat immerhin kurz vor Ende dieser langen 120 Minuten ein Törchen hervorgebracht.
Ich hatte ja doch ein Fünkchen Hoffnung, dass unser schöner Hurra-Stil jegliche 2x 4 Abwehrketten durchbrechen könnte und diesem Stil ein Ende setzten könnte. Aber schön gewinnt leider immer noch nicht und somit setzt sich wohl fort, was im Endeffekt den Titel gewinnt.

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